Keine Absenzen ins Zeugnis!

Wer ist hier der
 

Keine Absenzen ins Zeugnis!

Zum Schluss des Schulsemesters ziehen wir Bilanz über die Jugendpolitik der Kantonsräte Peter Reinhard und Thomas Ziegler. Ergebnis: Durchgefallen! Denn die beiden Kantonsräte haben im Zürcher Kantonsrat, auf Druck der Privatwirtschaft, ein Postulat zur Wiedereinführung der Absenzen im Sek-Zeugnis eingereicht.

Am 7. Dezember hat der Bildungsrat aufgrund dieses Postulates beschlossen, dass Absenzen in Zukunft wieder im Sek-Zeugnis aufgeführt werden. Aber Absenzen gehören nicht ins Zeugnis! Sie sagen absolut nichts über den Grund aus: So fehlte denn auch Peter Reinhard im letzten Semester sechs Mal im Kantonsrat, während Thomas Ziegler nie fehlte. Grund: Peter Reinhard hatte einen Herzinfarkt.

Genau das ist der Punkt: Niemand weiss beim Lesen des Zeugnisses, wie die Absenzen zustande gekommen sind. Die Absenzen im Zeugnis können deshalb zu Diskriminierung bei der Lehrstellensuche führen. SchülerInnen, welche ernsthaft krank oder verletzt sind, haben im Zeugnis künftig viele Absenzen, oder werden gezwungen trotzdem zur Schule zu gehen. Auch der Zürcher Datenschützer Bruno Baeriswyl ist gegen den Beschluss.

Die JUSO Kanton Zürich unterstützt deshalb auch die Petition, die Illnau-Effretiker SekundarlehrerInnen ergriffen haben.

Absenzen gehören nicht ins Zeugnis! Deshalb verlangen wir vom Kanton, dass er seinen Entscheid rückgängig macht.

Kommentare

Absenzen

Vielen Dank für die Gratiswerbung für mich und die EVP!
Und übrigens: Entscheidend sind die unentschuldigten Absenzen, Krankheitsabsenzen werden ausdrücklich als solche vermerkt.
Und zudem: Den Vorstoss habe ich aus meiner Erfahrung und Ueberzeugung, als Reaktion auch auf die Seebacher Ereignisse, ohne jeden Druck von Lehrmeistern oder Wirtschaft gemacht, -- deren Druck habe ich (wie ihr) während meiner politischen Tätigkeit nie nachgegeben.
Und ganz wichtig: Der Vergleich, bzw. die Gleichzsetzung des Herzinfarkts von Kollege Reinhard, mit der Null-Bock-Schwänz-Mentalität einer Minderheit von Schülern ist nicht nur geschmacklos, sondern auch beleidigend.
Und nochmals: Die Gratispropaganda freut uns wirklich. Danke! Könntet ihr ein Plakat auch in meinem Wahlkreis aufstellen?
Thomas Ziegler, KR

Absenzen

Finde Aktion witzig und gut. Gratuliere. Auf eure Art lässig gemacht und hat die erwünschte Wirkung (und danke auch dass wir und die EVP auch noch gut abschneiden :-)) Finds lässig.
Peter Reinhard

"Lasst uns Kranke diskriminieren!"

Natürlich freut es uns, dass Ihnen unsere Kritik an Ihrer Arbeit so gut gefällt. Die Loorbeeren für die definitiv geschmacklose Gleichsetzung von Herzinfarkt und Schulschwänzen hingegen müssen wir ihnen wieder zurückgeben. Nicht wir haben gefordert, dass krankheitsbedingte Absenzen ins Schulzeugnis gehören - Ihre Geschmacklosigkeit, nicht unsere.

Wegen einer Minderheit von Schülern, die aufgrund inexistenter Perspektiven und Zukunftschancen (!) der Schule mit einer Null-Bock-Mentalität entgegentritt eine solche Steilvorlage für die Diskriminierung von Schülerinnen und Schülern zu liefern, die während ihrer Schulzeit schwer erkranken, ist schlichtweg unverantwortlich.
Wenn Sie noch so naiv sind zu glauben, dass Lehrmeister BewerberInnen mit vielen Absenzen (und seien diese krankheitsbedingt) nicht benachteiligen werden, dann ist es höchste Zeit für Sie, der Realität ins Auge zu sehen: Mit ihrem Postulat fördern Sie geradewegs die versteckte Diskriminierung bestimmter SchulabgängerInnen - und zwar derjenigen, die man vom gesundheitlichen Aspekt her ohnehin schon als "die Schwächsten" bezeichnenen muss.

Das mag Ihre Politik sein. Unsere ist es, sich mit Engagement und Vehemenz gegen jegliche Art der Diskriminierung zu wehren. Und wenn Sie uns schon so freundlich darum bitten, werden wir gerne auch in Ihrem Wahlkreis die Wählerinnen und Wähler darüber aufklären, dass Sie hinter der Diskriminierung gesundheitlich angeschlagener SchulabgängerInnen stehen.